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Franz von Assisi, der Namenspatron unser Gemeinde

Quelle: wikipedia.org

Franziskus oder auch Franz von Assisi, eigentlich GiovanniSt Franziskus Battista Bernardone  (* um 1181/1182 in Assisi, Italien, † 3. Oktober 1226 in der Portiuncula-Kapelle unterhalb von Assisi) versuchte streng und bis ins Einzelne nach dem Vorbild des Jesus von Nazaret zu leben (sogenannte Imitatio Christi). Diese Lebensweise zog gleichgesinnte Gefährten und Nachahmer an. Franziskus gründete den Orden der Minderen Brüder (siehe auch Franziskaner OFM, lat. ordo fratrum minorum und Minoriten, lat. ordo fratrum minorum conventualium) und war Mitbegründer des Frauenordens der Klarissen. Er ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche.  

 

 

Das Leben des hl. Franziskus

Jugend und frühes LebenUmbrien

Franz wurde 1181 oder 1182 in der umbrischen Stadt Assisi am Fuße des Monte Subasio geboren. Seine Eltern waren der wohlhabende Tuchhändler Pietro di Bernardone und seine möglicherweise aus der Provence stammende Frau Giovanna (deutsch: Johanna; auch Pica genannt).[1] Eigentlich auf den Namen Giovanni (deutsch: Johannes) getauft, gab ihm sein Vater – der sich zum Zeitpunkt der Geburt auf einer Handelsreise in Frankreich befunden hatte – nach seiner Rückkehr den Rufnamen Francesco (kleiner Franzose).

Franz erfuhr eine vergleichsweise hohe Bildung in der Schule der Pfarrei San Giorgio und führte in seiner Jugend ein ausschweifendes Leben.

1203 zog er mit Assisi in einen Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia, wobei Assisi unterlag. Franz wurde daraufhin wie andere Kämpfer aus Assisi in Perugia eingekerkert und kam erst nach mehr als einem Jahr gegen ein Lösegeld seines Vaters wieder frei. Sein Jugendtraum, ein Ritter zu werden, und sein unbekümmertes Leben waren durch das Erleben des Krieges in Frage gestellt worden. Als er frei kam, war er krank und innerlich zutiefst erschüttert.[2] 1204 zog er nach Apulien, um sich dem Ritter Walter von Brienne anzuschließen, kehrte aber noch unterwegs wieder um.

Franziskus zog sich in der folgenden Zeit aus seinem Freundeskreis zunehmend zurück und suchte die Einsamkeit. 1205 oder 1206 machte er eine Wallfahrt nach Rom, auf der er der Legende nach mit einem Bettler die Kleidung tauschte, um das Leben in vollkommener Armut „auszuprobieren“. Sein Verhalten brachte ihn in Konflikt mit seinem Vater, der mit seinem ältesten Sohn große Pläne hatte und es nicht duldete, dass er Waren aus dem Laden als Almosen gab.

Berufung:Legende

Beim Gebet in San Damiano, etwa im Jahr 1205, fühlte sich Franz von der dortigen Kreuzikone her persönlich angesprochen. Die Legende berichtet, Christi Stimme habe zu ihm gesprochen:

        „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.“ (nach II Cel 10[3]).

Auf diese Vision hin erbettelte er Baumaterial und begann nach Aussage seiner Biografen die kleine romanische Kirche eigenhändig wiederherzustellen. Später habe er in gleicher Weise San Pietro della Spina renoviert, eine heute nicht mehr vorhandene Kirche, sowie das etwa drei Kilometer von Assisi entfernte Santa Maria degli Angeli, das unter dem Namen Portiuncula bekannt ist.

Für wohltätige Zwecke und für seine baulichen Wiederherstellungsarbeiten an San Damiano nahm Franz Waren und Geld aus dem Geschäft seiner Eltern. Dies führte zu Streit mit seinem Vater, der schließlich vor dem Richterstuhl des örtlichen Bischofs Guido II. einen Prozess gegen seinen Sohn führte. In dieser Gerichtsverhandlung, die im Frühjahr 1206 öffentlich auf dem Domplatz stattfand, entkleidete sich Franziskus vollständig, verzichtete mit dieser Geste auf sein Erbe und sagte sich von seinem Vater los. Die Legende überliefert seine Aussage:

        „Bis heute habe ich dich meinen Vater genannt auf dieser Erde; von nun an will ich sagen: »Vater, der du bist im Himmel«.“ Gemälde

Danach begann Franziskus, außerhalb der Stadtmauern als Einsiedler zu leben. Er ging um Essen bettelnd von Haus zu Haus. Seine freiwillige Armut bezeichnete er – auf Vorstellungen des Rittertums und des Minnesangs anspielend – als seine „Herrin“.[5] Franziskus hielt sich zum Gebet viel in den kleinen Kapellen im Umkreis Assisis auf, vor allem in Portiunkula. Er pflegte nach eigenen Angaben die Aussätzigen, die außerhalb der Stadtmauern leben mussten, was auch bei seinen Biografen vermerkt ist. In seinem Testament sagt er:

        So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: Denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. (Testament 1-3[6]) In den Biografien und Legenden wird diese Begebenheit hagiografisch überhöht.

Als Franziskus am 24. Februar 1208 in der kleinen Kirche von Portiuncula die Messe hörte, wurde Franz aufmerksam auf jene Stelle des Evangeliums nach Matthäus (Mt 10,5-14EU), die von der Aussendung der Jünger erzählt:

        Geht aber und predigt [...]
    Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch. Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken. (Mt 10,8-10EU)

Die frühen Quellen berichten, dass Franziskus diese Worte der Evangelien nicht nur im übertragenen Sinne verstand, sondern immer versucht habe, sie zunächst wörtlich und direkt anzuwenden. So habe er den Text als Aufforderung verstanden, so zu leben und zu wirken, wie die 12 von Jesus ausgeschickten Jünger, die Apostel (auch apostolisches Leben genannt oder lat. vita apostolica), nämlich äußerst anspruchslos und in der Verkündigung des Glaubens. Ausgehend von diesen Bibelworten kleidete er sich von nun an in eine einfache Kutte, die mit einem Strick gehalten wurde, lehnte den Besitz und sogar den Kontakt mit Geld strikt ab und ging nach Möglichkeit barfuss.

Franziskus verstand sich selbst als Büßer. Als solcher ermahnte er seine Mitmenschen, Gott zu lieben und für ihre Sünden Buße zu tun. Durch diese Predigten und seine extreme Lebensweise stieß er bei vielen Menschen auf Spott und Ablehnung, doch etliche andere zog sein Beispiel an, so dass sich ihm im Laufe der Zeit viele Brüder anschlossen.

Entstehung und Bestätigung seines Ordens

Der Überlieferung zufolge schlossen sich als erste Bernardo di Quintavalle, ein reicher Adeliger aus Assisi, und Pietro Catanii, ein Rechtsgelehrter, Franz an. Die Dreigefährtenlegende berichtet, diese drei – Bernardo, Pietro und Francesco – hätten die Bibel durch dreimaliges Aufschlagen nach dem Auftrag befragt, den Gott für sie habe (sogenanntes Bibelstechen). Ihr Lebensprogramm seien die drei so gefundenen Bibelstellen gewesen:

        „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.“ (Mt 19,21)

        „Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd.“ (Lk 9,3)

        „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Lk 9,23)

Franziskus hatte nach eigenen Angaben nicht vor, einen Orden zu gründen. Er schreibt in seinem Testament:

        Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hat, zeigte mir niemand, was ich zu tun hätte, sondern der Höchste selbst hat mir geoffenbart, dass ich nach der Vorschrift des heiligen Evangeliums leben sollte. (Testament 14[7])

Die Brüder waren den Biografien zufolge zunächst in einer Hütte in Rivotorto im Rieti-Tal untergekommen, wo sie aber nicht lange bleiben konnten. Verschiedene Quellen geben unterschiedliche Gründe an, beispielsweise Platzmangel oder den Eigenbedarf des Besitzers. Im Jahr 1208 übergab der Abt der Kluniazenserabtei des Hl. Benedikt am Monte Subasio den Brüdern das Kirchlein Portiuncula. Thomas von Celano überliefert, Franziskus habe jedoch keinen Grundbesitz haben wollen und darauf bestanden, dass die Brüder eine Art Miete in Form von Fischen an die Benediktiner zahlten. Auf dem Gelände um die Kirche lebten die Brüder in einfachen Hütten aus Reisig.

1209 ging Franz mit seinen ersten zwölf Gefährten (- die Zahl hat er selbst oder sein Biograf wohl bewusstGemälde gewählt, um auf die zwölf Apostel anzuspielen - ) nach Rom, um von Papst Innozenz III. die Bestätigung der Lebensweise ihrer kleinen Gemeinschaft zu erbitten. Diese war in der Zeit der Ketzerkriege nicht leicht zu erreichen, weil die Gründung von neuen Bewegungen in der Kurie mit äußerster Skepsis betrachtet wurde. Die erste Fassung der damals in Rom vorgelegten franziskanischen Regel ist verloren gegangen. Sie stellte vermutlich einen knappen und einfachen, aus Evangelienzitaten zusammengesetzten Leitfaden für ein Leben in Armut dar. (In der Literatur wird die erste franziskanische Ordensregel Regula primitiva oder Urregel genannt.)

Aus heutiger Sicht vertrat Franz sein Anliegen geschickt, indem er die Brüder als Buß- bzw. Wanderprediger bezeichnete. Die Büßer und Wanderprediger erkannte die Kirche als Stand an, wohingegen sie die übrigen Gruppierungen der im Hochmittelalter an verschiedenen Orten aufkommenden Armutsbewegung, z.B. der Katharer/Albigenser, Waldenser, Humiliaten oder Brüder und Schwestern des freien Geistes, zumindest später als häretisch bekämpfte – und insbesondere die Katharer mit Waffengewalt auslöschen ließ.

Der kleinen Gemeinschaft um Franz gab der Papst im Sommer oder Herbst 1210 zumindest die mündliche und vermutlich probeweise erteilte Erlaubnis, nach ihrer Regel in Armut zu leben und Buße zu predigen. Hierzu trug bei, dass Franz Fürsprecher an der Kurie, also in den päpstlichen Behörden fand, besonders Kardinal Ugolino von Ostia. Die Dreigefährtenlegende erwähnt, Franz und seine Gefährten hätten in Rom den ihnen wohlgesonnenen Bischof von Assisi getroffen, der über den ihm bekannten Kardinal von Sabina (möglicherweise Giovanni I. Colonna alias Giovanni der Ältere) eine wohlwollende Aufnahme beim Papst anbahnte. Allerdings habe auch der Kardinal von Sabina Franz und seine Gefährten nicht ohne Vorbehalte empfangen, sondern ihre Angelegenheit dem Papst erst nach eingehenden Befragungen des Ordensgründers an mehreren Tagen empfohlen: er habe Franz gewarnt, dass seine Ordensregel zu Schwierigkeiten führen werde, und ihn gedrängt, sich lieber einem der bestehenden Orden anzuschließen.[8]

Öffentlich verkündet wurde die päpstliche Anerkennung des Ordens vermutlich erst vor oder während des IV. Laterankonzils im Jahre 1215, denn nach diesem Konzil war die Gründung von Orden auf Grundlage einer bisher nicht approbierten Ordensregel (z. B. die Regeln der Benediktiner oder Augustiner-Kanoniker) untersagt. Ob die Anerkennung schriftlich oder weiterhin mündlich erfolgte, ist nicht bekannt.

1212 wurde das erste Franziskanerkloster in der Toskana gegründet, der „Convento di San Francesco“ bei Cetona; derzeit als „Frateria di Padre Eligio“ in Verwendung. Schon zwischen 1215 und 1217 fasste der Orden auch außerhalb Italiens Fuß. Frühe Chroniken berichten über die Ausbreitung nach Deutschland und England[9].

1219, zur Zeit des 5. Kreuzzuges, reiste Franziskus als Missionar bis Palästina und schloss sich dort dem Kreuzfahrerheer an, das auf dem Weg nach Ägypten war. In der Nähe von Damiette an der Nil-Mündung predigte er im Lager des muslimischen Heeres vor dem Sultan Al-Kamil. Diese Begebenheit ist auch bei außerfranziskanischen Quellen belegt, beispielsweise bei dem Kreuzzugs-Chronisten Oliver von Paderborn. 

Nach dieser Reise verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Franziskus zunehmend, vermutlich durch eine Infektion, die er sich im Orient zugezogen hatte. Zudem gab es Probleme innerhalb des rasch wachsenden Ordens: Während Franziskus nicht in Italien war, stiegen die Spannungen in der franziskanischen Gemeinschaft, die bereits in ganz Europa vertreten war. Nach Assisi zurückgekehrt übertrug Franz 1220 die Leitung des Ordens Petrus Catani. Über seine Gründe und Motive für diesen Rücktritt kann nur spekuliert werden.[10] Vermutlich befürworteten nicht alle, welche sich der franziskanischen Bewegung angeschlossen hatten, die strenge Forderung Franzens, die Minderen Brüder müssten besitzlos leben. Außerdem wollten manche der Franziskaner, dass sich ihr Leben nicht allein nach der Bibel richte, sondern zusätzlich festen Ordensregeln folgen solle. Offensichtlich misslang es Franz, die Mehrheit seiner Nachfolger auf dem von ihm gewünschten strengen und grundsatztreuen Kurs zu halten. Die sehr spirituell ausgerichtete sogenannte "nichtbullierte Regel" wurde von vielen Brüdern für unpraktikabel gehalten.

Mit der Abgabe der Ordensleitung zog sich Franziskus nach Lage der Quellen innerlich aus der Gemeinschaft zurück, worunter er sehr litt. Er verfasste schließlich auf Anweisung der römischen Kurie 1223 in der Einsiedelei Fonte Colombo widerwillig eine dritte, die letzte Version der franziskanischen Ordensregel. Diese Regel wurde auf dem Pfingstkapitel (d.h. auf der Ordensversammlung) im Juni 1223 diskutiert, und der auf Innozenz III. folgende Papst Honorius III. genehmigte die bullierte Regel am 29. November desselben Jahres.[11]

Als sich Franziskus im Spätsommer des Jahres 1224 auf den Berg La Verna zurückzog, wo er seit 1212 eine kleine Felsnische als Einsiedelei benutzte, wurden bei ihm nach Aussage der Biografen Wundmale sichtbar, die die ältesten Quellen als Einprägung der Wundmale Christi deuten. Dies gilt als der erste überlieferte Fall einer Stigmatisation. Als Tag dieses Ereignisses wird in den Biografien der 17. September 1224 angegeben, drei Tage nach dem katholischen Fest Kreuzerhöhung.

Tod und unmittelbare Nachwirkung

Seit seinem Orientaufenthalt war Franziskus durch eine Augenkrankheit zunehmend erblindet, außerdem - vermutlich durch sein übertriebenes Fasten - magenkrank und stark geschwächt. Im Herbst 1226 lud der Bischof von Assisi ihn in seinen Palast ein. Zwei Tage vor seinem Tod ließ Franziskus sich jedoch „eilends“[12] aus der Stadt heraus zur Portiuncula-Kirche tragen. Seine Beweggründe werden von Celano so interpretiert, dass er an seinem bevorzugten Ort sterben wollte, wo die Bewegung der Brüder ihren Anfang genommen hatte. Wahrscheinlich wünschte er auch, dort begraben zu werden[13]. Celano überliefert, die Bürger von Assisi hätten seinen Leichnam jedoch unmittelbar nach seinem Tod nach Assisi hineintragen lassen, da sie befürchteten, dass sich die Bürger des benachbarten und verfeindeten Perugia seines Leichnams bemächtigen würden. Weil Franziskus schon zu Lebzeiten als Heiliger galt, erwartete der Magistrat der Stadt Assisi aus seiner öffentlichen Verehrung auch politischen Nutzen. Gemälde

Franziskus hat sein Sterben im Kreis seiner besonders treuen Gefährten geradezu inszeniert. Die Legende berichtet, er habe sich gewünscht, nackt auf die Erde gelegt zu werden, um seine Treue zur „Herrin Armut“ zu verdeutlichen. Er sei danach mit einem von einem Bruder geliehenen Gewand bekleidet worden. Auf seinen Wunsch hin sei der von ihm gedichtete Sonnengesang gesungen worden. Dann habe er sich das Evangelium von Jesu Leiden und Sterben vorlesen lassen. Bei seinem Tod schließlich sollen der Legende nach Lerchen zu einer für sie ungewöhnlichen Tageszeit aufgeflogen sein.

Weil Franz am Vorabend des 4. Oktober starb und dieser nach damaliger Zeitrechnung nicht mehr zum 3. Oktober zählte, wird sein Fest von der katholischen Kirche am 4. Oktober gefeiert. Dagegen gedenkt die evangelische Kirche seiner am 3. Oktober.

Schon 1228 – am 16. Juli – wurde er von Papst Gregor IX. heilig gesprochen und seit 1230 liegen seine Gebeine in einem Steinsarg in der Grabkammer der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi.